SAP als wichtiger Teil der deutschen Software-Engineering-Kultur

Corona-App wirkt

17. Juli 2020 // 2 min Lesezeit

Nach nur 50 Tagen Entwicklungszeit war die Corona-App der Bundesregierung am Start. Sie entstand in enger Zusammenarbeit von SAP und Deutsche Telekom sowie weiteren Partnern. Beide Unternehmen hatten die Entwicklung der App im Open-Source-Modus transparent gemacht. Die Entwicklung des Programmcodes war jederzeit auf GitHub einsehbar. Tatsächlich wurde 109.000 Mal auf den Code geschaut. 7.250 Mal beteiligten sich Community- und Projektmitglieder.

Jürgen Müller, Chief Technology Officer sowie Mitglied des Vorstandes der SAP SE ordnete die gemeinsame Anstrengung ein: „Das Projekt-Team hat in engster Zusammenarbeit in Rekordzeit eine App entwickelt, die uns mithelfen wird, Infektionsketten des Corona-Virus zu durchbrechen. Das Engagement auf der Open-Source-Plattform GitHub ist herausragend und legt ein klares Zeugnis einer lebendigen Software-Engineering-Kultur in Deutschland ab.“ Müller äußerte den Wunsch, dass möglichst viele die App verwenden.

19 Prozent der Bevölkerung erreicht

Der hohe Anspruch an Datensicherheit und Datenschutz macht eindeutige Aussagen schwierig. Trotzdem gehen Statistiker davon aus, dass mit der enormen Zahl an Downloads die Wirkungsschwelle überschritten ist. 15 Millionen Downloads entsprechen bei aller Vorsicht rund 19 Prozent der Bevölkerung. Damit ist die positive Wirkung erreicht. Auch eine andere Zahl bestätigt diese Annahme. Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts betont: „500 Menschen, die positiv auf das Sars-Cov-2-Virus getestet wurden, konnten bereits via App andere Personen warnen.“ Lucie Abeler-Dörner von der Universität Oxford ergänzt, dass die App vor allem in Ballungsgebieten wichtiger sein könnte als es die bloßen Downloadzahlen ausdrückten.

Funktion nimmt auf Datensicherheit besonders Rücksicht

Die Software, die ausgehend von SAP und Telekom mit einer großen Community entwickelt und realisiert wurde, hat den ersten Monat die Erwartungen erfüllt. Die App misst per Bluetooth die Abstände zu anderen Handys, auf denen sie ebenfalls installiert ist. Falls eine Begegnung mit weniger als zwei Metern Distanz länger als eine Viertelstunde gedauert hat, werden die Smartphone-Besitzer rückwirkend informiert, wenn einer der Nutzer zu einem späteren Zeitpunkt seine eigene Corona-Infektion in das System einspeist. Genutzt werden Bluetooth LE-Signale, so dass selbst die Akkulaufzeit der Handys kaum unter dem Betrieb der App leidet.

Linus Neumann vom Chaos Computer Club weist auf die üblichen Kinderkrankheiten hin. „Keine Software war jemals bei der Veröffentlichung perfekt“, sagt er. Bei der Corona-App sind es vor allem Fehlermeldungen bezüglich der Region. Diese Meldungen sind vor allem auf das Apple iOS Betriebssystem zurückzuführen. Auch bei Android Betriebssystem wird an häufig vorkommenden Fehlermeldungen gearbeitet. Die Gespräche mit Google und Apple laufen. Unter anderem soll schnell erreicht werden, dass die App auch auf älteren Betriebsystemen funktioniert.  


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