Aktuelle Umfrage von DSAG und ASUG

Im SAP-Kosmos etabliert sich die Cloud

2. August 2021 // 4 min Lesezeit

Die Verbreitung von SAP S/4HANA nimmt weiter zu. Das zeigt eine gemeinsame Umfrage der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) und der Americas‘ SAP Users‘ Group (ASUG) vom April und Mai dieses Jahres. Bei den DSAG-Mitgliedern dominiert der On-Premise-Ansatz für SAP S/4HANA im direkten Vergleich. Einigkeit herrscht beim Thema Lizenzmodelle und -kosten. Das sehen alle Befragten als größte Herausforderung bei der Nutzung von Cloud-Diensten an. Das Angebot von RISE with SAP schätzen 24 Prozent der ASUG-Mitglieder und zwölf Prozent der DSAG-Mitglieder als „sehr werthaltig und „eher werthaltig“ ein.

Für die Studie haben DSAG und ASUG 172 Anwenderunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und 271 Unternehmen Nordamerika befragt. Die DSAG-Mitglieder kommen zu 13 Prozent aus dem Bereich Industrial Manufacturing, Machinery and Components sowie den Professional Services, gefolgt von acht Prozent aus dem Public Sector. Die von der ASUG befragten Unternehmen kommen zu elf Prozent aus dem Bereich Consumer Products, gefolgt von acht Prozent aus dem Bereich Government, sowie Chemical und Education and Research mit jeweils sieben Prozent.

Ein Viertel der Befragten hat SAP S/4HANA im Betrieb

Jeweils 24 Prozent der teilnehmenden ASUG- und DSAG-Mitglieder geben an, mit SAP S/4HANA live zu sein, weitere 21 Prozent (ASUG) beziehungsweise 20 Prozent (DSAG) sind aktuell bei der Migration. 37 Prozent der DSAG-Mitglieder (ASUG: 30 Prozent) planen ein entsprechendes Projekt, sind jedoch noch nicht gestartet. Von den Unternehmen, die hier eine Angabe gemacht haben, setzen mehr als doppelt so viele DSAG-Mitglieder (57 Prozent) als ASUG-Mitglieder (27 Prozent) SAP S/4HANA On-Premise ein oder planen dies zu tun. Bei den Cloud-Umgebungen liegt der Private-Cloud-Ansatz mit 23 Prozent (DSAG) beziehungsweise 24 Prozent (ASUG) nahezu gleichauf. Auf eine Managed Cloud vertrauen zwölf Prozent (DSAG) beziehungsweise 19 Prozent (ASUG). SAP S/4HANA in der Public Cloud spielt bisher noch eine eher untergeordnete Rolle.

Die generelle Einstellung zur Cloud ist bei 74 Prozent der ASUG-Mitglieder „etwas positiv“ bis „sehr positiv“. Bei den DSAG-Mitgliedern teilen diese Einschätzung lediglich 46 Prozent. „Die Zustimmung für Cloud-Lösungen nimmt im DACH-Raum weiter zu, wenn auch nicht in dem Maße wie bei der amerikanischen SAP-Anwendergruppe“, kommentiert Jens Hungershausen, Vorstandsvorsitzender der DSAG. „Das könnte mit den Vorbehalten vieler Unternehmen im DACH-Raum zusammenhängen, sensible Firmendaten in die Cloud zu stellen. Hier braucht es tragfähige Konzepte und Überzeugungsarbeit.“

In den USA liegt die Cloud-Zufriedenheit höher

Mit den Cloud-Lösungen im SAP-Bereich sind 57 Prozent der ASUG-Mitglieder „eher zufrieden“ oder sogar „sehr zufrieden“. Bei den DSAG-Mitglieder vermelden lediglich 30 Prozent eine derartige Zufriedenheit. „Eher negativ“ beziehungsweise „sehr negativ“ eingestellt sind 21 Prozent der DSAG-Mitglieder und fünf Prozent der ASUG-Mitglieder. Im Non-SAP-Bereich sind es hingegen 65 Prozent (ASUG) beziehungsweise 60 Prozent (DSAG), die mit den eingesetzten Cloud-Lösungen „eher zufrieden“ beziehungsweise „sehr zufrieden“ sind. „Eher negativ“ und „sehr negativ“ eingestellt zeigen sich lediglich zwei Prozent der befragten ASUG-Mitglieder und sieben Prozent der DSAG-Mitglieder.

Lizenzmodelle und -kosten sind eine Herausforderung

Die größte Herausforderung bei der Nutzung von Cloud-Diensten sehen beide Anwendergruppen (DSAG: 72 Prozent, ASUG: 41 Prozent) beim Thema Lizenzmodelle und -kosten – gefolgt von Datenschutz und Informationssicherheit (DSAG: 53, ASUG: 25 Prozent) und der fehlenden Integration (DSAG: 41, ASUG: 15 Prozent). „Das zeigt, wie wichtig beim Thema Lizenzen der einfache Zugang zu Cloud-Diensten sowie deren Preise und Leistungsbeschreibungen sind. Diese Bedeutung wird aufgrund der vielen unterschiedlichen Metriken in den Produkten und den Abhängigkeiten von Cloud-Services untereinander weiter zunehmen“, erläutert Thomas Henzler, DSAG-Fachvorstand Lizenzen und Wartung, diese Werte.

Die Cloud-Initiative RISE with SAP bewerten 24 Prozent der ASUG-Mitglieder und zwölf Prozent der DSAG-Mitglieder als „eher werthaltig“ bis „sehr werthaltig“. 39 Prozent der deutschsprachigen Anwender sind der Meinung, RISE with SAP sei „nicht sehr werthaltig“ beziehungsweise „gar nicht werthaltig) (ASUG: elf Prozent). Während immerhin 37 Prozent der ASUG-Mitglieder es für „eher wahrscheinlich“ bis „sehr wahrscheinlich“ halten, RISE with SAP in Betracht zu ziehen, sind es lediglich zehn Prozent der DSAG-Mitglieder. „SAP muss den Mehrwert und das damit verbundene Transformationspotenzial von RISE with SAP viel deutlicher vermitteln“, kommentiert DSAG-Fachvorständin Transformation Christine Tussing „Nur wer diesen Wertbeitrag erkennt, wird die Transformation auch mit RISE with SAP gestalten“.

RISE with SAP trifft auf unterschiedliches Vertrauen

Während beide Anwendergruppen SAP generell für „eher vertrauenswürdig“ beziehungsweise „sehr vertrauenswürdig“ halten (ASUG: 80; DSAG: 72 Prozent), fällt das Vertrauen, dass die Walldorfer bei RISE with SAP die Erwartungen zu erfüllen, sehr unterschiedlich aus. 58 Prozent der ASUG-Teilnehmer, aber nur 26 Prozent der DSAG-Teilnehmer vertrauen SAP hier „sehr“ und „etwas“. 35 Prozent der befragten deutschsprachigen Mitglieder haben in Bezug auf RISE with SAP „eher weniger“ beziehungsweise „gar kein Vertrauen“ (ASUG: zehn Prozent). „Die Unternehmen müssen sich zeitnah mit ihren Architekturen auseinandersetzen und Netzwerk-fähig werden“, erläutert Otto Schell, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DSAG. „RISE with SAP wird diesen Druck verstärken. SAP muss nun nachweisen, wie der angedachte Ansatz auch in bestehenden Landschaften umgesetzt werden kann. Dann wird auch das Vertrauen zunehmen.“

Professionelle Vermittlung beschleunigt die Karriere

Insgesamt ist der Einsatz von Cloud-Produkten bei SAP-Anwendern in allen Branchen und Unternehmensgrößen mittlerweile fest etabliert. Wer als SAP-Professional über einschlägige Erfahrung verfügt, findet im Job-Matching-Portal eine reichhaltige Auswahl interessanter Stellen. Wechselwillige Fachkräfte können dort ihr Profil einstellen und in wenigen Minuten den Arbeitsmarkt sondieren. Die auf SAP spezialisierten Beraterinnen und Berater von duerenhoff stehen im ständigen Kontakt mit 3500 Unternehmen und wissen daher genau, wo gerade Cloud-Projekte anstehen. Die Unternehmen bekommen ihre Fachkräfte schneller, gleichzeitig passen diese sehr gut in die Firmenkultur. Die jährlich rund 500 vermittelten Bewerberinnen und Bewerber können sich sicher sein, dass sie eine gute Basis für ihre künftige Karriere gelegt haben.

Foto: Photo by Leio McLaren on Unsplash


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